Nach meiner zweiten Babypause beginnt für mich gerade (mal wieder) ein neuer Abschnitt – und ich merke: Loslassen lernen gehört für mich gerade ganz konkret dazu.
Ich bin Jenny Westermann und begleite Unternehmen rund um Stresskompetenz, Resilienz und Burnout-Prävention – für gesunde, handlungsfähige Mitarbeitende. Außerdem unterstütze ich Privatpersonen im Bereich psychischer und physischer Gesundheit mit Workshops, digitalen Angeboten sowie Bewegungsangeboten wie Yoga.
In meinen Workshops spreche ich oft über Resilienz. Über die Fähigkeit, mit Veränderungen umzugehen, Prioritäten zu setzen und die eigene Energie bewusst einzuteilen. Ehrlicherweise muss ich sagen: Manchmal fällt es leichter, darüber zu sprechen, als es selbst konsequent umzusetzen.
Die letzten Monate haben mir gezeigt, dass Resilienz nicht bedeutet, immer weiterzumachen. Manchmal bedeutet sie, einen Schritt zurückzutreten und sich ehrlich zu fragen: Was brauche ich gerade wirklich?
Yoga war nie nur Arbeit
Viele Menschen kennen mich über meine Yogakurse, Workshops oder Seminare. Yoga begleitet mich seit elf Jahren und ist ein wichtiger Teil meines Lebens.
Gleichzeitig war Yoga für mich noch nie als klassischer Hauptberuf gedacht. Es begann als Leidenschaft, entwickelte sich zum Nebenberuf und durfte über die Jahre mit euch gemeinsam wachsen. Genau dafür bin ich unglaublich dankbar.
Und mit zwei Kindern, meiner Arbeit im Bereich der Betrieblichen Gesundheitsförderung und den verschiedenen Projekten, die mir am Herzen liegen, verändert sich auch hier wieder die Frage, wie und wo Yoga jetzt in mein Leben passt.
Die Praxis sieht verständlicherweise so aus: Die meisten Menschen möchten Yoga dann machen, wenn sie Feierabend haben. Also abends oder am Wochenende. Genau zu den Zeiten, in denen ich selbst gerne bei meiner Familie bin.
Während meiner Elternzeit mit Frida habe ich versucht, beidem gerecht zu werden. Doch inzwischen merke ich immer deutlicher, dass es nicht darum geht, alles unter einen Hut zu bekommen. Es geht darum, bewusst zu entscheiden, welchen Hut ich wann tragen möchte.
Weniger tun heißt nicht, nichts zu tun
Ich glaube, das ist eines der größten Missverständnisse unserer Leistungsgesellschaft.
Wer weniger macht, gilt schnell als weniger ambitioniert. Doch persönliches Wachstum kann auch bedeuten, etwas loszulassen. Nicht, weil etwas falsch war. Sondern weil es für den aktuellen Lebensabschnitt vielleicht nicht mehr stimmig ist.
Für mich gehört dazu aktuell die Entscheidung, den Yoga- und Seminarraum im eigenen Haus zum Jahresende aufzugeben.
Dieser Raum hat viele wunderbare Begegnungen ermöglicht. Gleichzeitig hat er Arbeit, Organisation und Verantwortung direkt in unser Zuhause gebracht. Dort, wo gleichzeitig Familie, Ruhe und Alltag stattfinden.
Ich höre nicht auf, Yoga zu unterrichten! Mit dieser Entscheidung verändere ich lediglich das Wie und Wo.
Ich werde auch weiterhin Workshops geben, Unternehmen begleiten und neue Gesundheitsangebote entwickeln. Aber eben auf eine Art, die zu meinem Leben jetzt gerade passt. Nicht zu dem Leben, das ich vor fünf Jahren hatte. Sondern zu dem, das ich heute lebe.
Warum Loslassen lernen auch Resilienz bedeutet
Vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis, die ich aus den letzten Jahren mitnehme:
- Resilienz bedeutet nicht, immer mehr zu leisten.
- Resilienz bedeutet auch nicht, alles schaffen zu müssen.
- Resilienz bedeutet, den Mut zu haben, immer wieder ehrlich hinzuschauen.
- Zu erkennen, was Kraft kostet.
- Zu erkennen, was Kraft gibt.
- Und Entscheidungen zu treffen, die langfristig gesund sind.
Denn manchmal sind zwei Schritte zurück genau das, was es braucht, um anschließend wieder mit Leichtigkeit und im Flow nach vorne gehen zu können.
Zwei Schritte zurück können mehr Freiheit bedeuten
Natürlich bedeutet diese Veränderung auch, dass ich künftig wieder Räume anmieten werde.
Objektiv betrachtet wirkt das vielleicht wie ein Schritt zurück.
Kein eigener Raum mehr. Wieder Gast sein an anderen Orten.
Für mich fühlt es sich jedoch eher wie ein Schritt in Richtung Freiheit an.
Weniger organisatorischer Druck. Weniger Verantwortung für Räumlichkeiten. Mehr Flexibilität. Mehr Raum für Familie. Mehr Raum für neue Ideen.
Manchmal halten wir an Dingen fest, weil wir glauben, sie seien ein Zeichen von Erfolg. Dabei merken wir gar nicht, wie viel Energie sie uns kosten.
Resilienz bedeutet für mich auch genau das, regelmäßig zu prüfen, ob das, was gestern richtig war, heute noch passt.
Netzwerk als wichtiger Resilienzfaktor
Resilienz bedeutet nicht, alle Veränderungen alleine bewältigen zu müssen. Im Gegenteil: Menschen, die uns begleiten, unterstützen, inspirieren und manchmal auch neue Perspektiven eröffnen, sind ein wichtiger Schutzfaktor für unsere mentale Gesundheit.
An dieser Stelle möchte ich auch einfach einmal Danke sagen.
Danke an alle Menschen, die mich in den letzten 11 Jahren auf meinem Weg begleitet haben. Danke für euer Vertrauen, eure Offenheit und eure Bereitschaft, meine Veränderungen und Anpassungen immer wieder mitzugehen.
Wo eine Tür zugeht, geht bekanntlich ja irgendwo eine Tür auf.
Falls du einen Sport- oder Yogaraum rund um Bruchsal kennst, in dem ich künftig meine Kurse und Workshops anbieten kann, freue ich mich sehr über eine Nachricht.
Und wenn du selbst gerade an einem Punkt stehst, an dem du loslassen lernen oder neu sortieren möchtest: Schau gerne bei meinen aktuellen Kursen, Workshops oder Gesundheitsangeboten vorbei.
Ich freue mich auf alles, was kommt.
Jenny


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